LIFE-Projekt „Grünlandentwicklung zum Schutz gefährdeter Wiesenvögel im EU-Vogelschutzgebiete Unterer Niederrhein”
Internetangebot des Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW
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Projektziele

Erhalt bedrohter Wiesenvogelarten

Uferschnepfe warnend in der DüffelRotschenkel steht auf einem Zaunpfahl (Foto: D. Cerff)Die Projektbezeichnung „Grünlandentwicklung zum Schutz gefährdeter Wiesenvögel im EU-Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein“ erklärt eigentlich schon, worum es geht: Selten gewordene Vögel der Feuchtwiesen am Niederrhein sollen besser geschützt werden. Um das zu erreichen, sollen mehr Flächen als bisher in der Düffel wiesenvogelgerecht bewirtschaftet werden. Zu einer solchen Bewirtschaftung gehört der Verzicht auf mineralischen Dünger und Gülle sowie auf den flächigen Einsatz von Spritzmitteln und die Einhaltung einer Bewirtschaftungsruhe zwischen Mitte März und Juli, wenn die Wiesenvögel brüten oder Junge haben.

 

Wiesenvogelgerechte Bewirtschaftung

Extensivfläche in der Düffel (Foto: D. Doer)Überschwemmtes Grünland in der Düffel (Foto: D. Doer)Eine solche wiesenvogelgerechte Bewirtschaftung kann auf Privatflächen nicht dauerhaft und nachhaltig erreicht werden. Deshalb müssen die wichtigsten Kernflächen erworben und mit Regelungen für den Wiesenvogelschutz an Landwirte rückverpachtet werden. Im Rahmen des Projektes ist der Kauf von insgesamt 215 Hektar geplant. Das entspricht einem Anteil von sechs Prozent des Naturschutzgebietes Düffel. Da die Flächen zunächst nicht zusammenliegen, werden sie so getauscht, dass am Ende größere Kernbereiche für den Wiesenvogelschutz entstehen.  Das ist wichtig, um auch den Wasserhaushalt auf den Flächen so zu regeln, dass die Wiesen bei Ankunft der Wiesenvögel im Frühjahr nass sind, später aber abtrocknen können, um eine Bewirtschaftung zu ermöglichen. Der Einbau regelbarer Wehre und Wind getriebener Pumpen ist hierfür vorgesehen. Wichtig ist, dass eine ungewollte Beeinflussung von privaten Nachbarflächen ausgeschlossen wird.

 

Mitwirkung der Bewirtschafter

Ein solches Projekt ist auf die Mitwirkung der Bewirtschafter angewiesen. Die NABU-Naturschutzstation ist deshalb um den konstruktiven Dialog mit den Bauern bemüht und sucht den Kontakt zu den landwirtschaftlichen Verbänden und Institutionen. Wesentliche Grundlage für den Erfolg des Projekts ist regelmäßige Information und die offene Diskussion um die beste Lösung zur Erreichung der Ziele. Im Rahmen des Projektes soll deshalb neben einem „Projektbeirat“ auch ein zusätzlicher „Landwirtschaftlicher Beirat“ eingerichtet werden. Hier sollen insbesondere die konkreten Anliegen der Leute vor Ort angesprochen und behandelt werden.

Mähwerk auf Naturschutzfläche (Foto: D. Doer)

Die Leute mitnehmen

Exkursion zu den Düffel-Landesflächen (Foto: A: Barkow)Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes ist die Öffentlichkeitsarbeit. In der Öffentlichkeit ist viel zu wenig über das Vogelschutzgebiet, dessen Einbindung in das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000 und die damit verbundenen Aufgaben bekannt. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, dass die Leute in der Region mehr darüber erfahren, was für wertvolle Lebensräume am Niederrhein liegen, warum die darin lebenden Tiere und Pflanzen schützenswert sind und was jeder Einzelne dafür tun kann.