LIFE-Projekt „Grünlandentwicklung zum Schutz gefährdeter Wiesenvögel im EU-Vogelschutzgebiete Unterer Niederrhein”
Ministerium fü Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
European Commission - Environment - LIFE Programme
Natura 2000 network - Environment - European Commission

20.09.2017 - Die alljährliche Jahrestagung der International Wader Study Group (IWSG) fand in diesem Jahr in der Czech University of Life Sciences in Prag statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung fand ein gut besuchter Workshop zum Kiebitzschutz statt, an dem mehr als vierzig Wiesenvogelexpertinnen und –experten (darunter auch der Projektleiter) aus insgesamt zwölf Ländern teilnahmen.

Aktuelle Aspekte zur Ökologie des Kiebitzes, von der Wissenschaft zum Schutz, Lebensraumschutz in der Agrarlandschaft und Kiebitz-Maßnahmen aus Sicht von Landwirten wurden angesprochen. Der dabei geografisch abgedeckte Raum reichte von Frankreich bis Weißrussland sowie bis nach Norwegen und Finnland im Norden.

Insgesamt wurde in 18 Vorträgen deutlich, dass erfolgreicher Kiebitzschutz vor allem dann gelingen kann, wenn in einem Gebiet umfangreiche und vielfältige Maßnahmen kombiniert werden. Dazu gehören zum einen Gelegeschutz und der Schutz von Jungvögeln vor der Zerstörung durch die landwirtschaftliche Bodenbearbeitung als auch vor Prädatoren. Maßnahmen zur Erhöhung von Wasserständen ist ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor. Im Ackerland erscheinen derzeit die Anlage von Kurzzeitbrachen und „Kiebitzinseln“ vielversprechend.

Man war sich einig, dass neben den Schutzmaßnahmen vor Ort ein erheblicher Wandel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU notwendig ist, um geeignete Schutzmaßnahmen europaweit umsetzen zu können. Auch sollten die Inhalte von Ausbildungsgängen von Landwirtinnen und Landwirten mit Themen Arten- und Naturschutz ergänzt oder intensiviert werden. Auch die Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung spielt eine wichtige Rolle in Sachen Kiebitzschutz. So sind weitere Anstrengungen (z.B. durch Exkursionen oder Filme) wichtig, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Kiebitzschutz auch Schutz der Artenvielfalt bedeutet und es letztendlich darum geht, das Verbraucherverhalten zu ändern.

Die Tagung diente des Weiteren dazu, sich mit anderen Projekten auszutauschen und eigene Erfahrungen aus dem LIFE-Projekt "Grünland für Wiesenvögel" einzubringen. An einem weiteren Tagungstag wurden verschiedene Wiesenvogelgebiete wie z.B. Ptačí park Josefovské louky besucht und die dort durchgeführten Maßnahmen vorgestellt. Die nächste International Wader Study Group Conference wird im kommenden Jahr in Workum in den Niederlanden (quasi um die Ecke bei uns) stattfinden.

Teilnehmer der Tagung in Prag, eine kleine Weltreise von Kleve entfernt