LIFE-Projekt „Grünlandentwicklung zum Schutz gefährdeter Wiesenvögel im EU-Vogelschutzgebiete Unterer Niederrhein”
Ministerium fü Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
European Commission - Environment - LIFE Programme
Natura 2000 network - Environment - European Commission

Zugvogelpläne

Ankunftsplan der Zugvögel am NiederrheinViele Vogelarten bleiben nicht das ganze Jahr über am Niederrhein. Wann diese Zugvogelarten kommen und wann sie gehen, verraten die folgenden Reisepläne:

Ankunftszeiten

Abflugszeiten

 

 

Artensteckbriefe

Erfahren Sie mehr über Wiesenvogelarten am Niederrhein: 

 

Brutvögel

Uferschnepfe

Wissenschaftlicher Name Limosa limosa

 

 Uferschnepfe in der Düffel (Foto: D. Doer)

 

Familie

Schnepfenvögel (Scolopacidae)

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland (2007): 1 – vom Aussterben bedroht

Rote Liste NRW (2008): 1 – Vom Aussterben bedroht

 

Bestand am Niederrhein

Deutschland: ca. 3.800 Brutpaare, in NRW 200. In ganz Europa starker Rückgang seit den 1960er Jahren.

 

Merkmale

Etwa so groß wie eine Taube. Lange Beine, ein langer, gerader Schnabel mit langem Hals.

Ruf (Flug):schnell und nasal „wi-wi-wü“, am Brutplatz sehr stimmfreudiges grütta, grütta, grütta.

 

Nahrung

Altvögel: Insekten und ihre Larven, Spinnen, Käfer, Schnecken, Regenwürmer und z.T. pflanzliche Nahrung wie Samen.

Jungvögel ernähren sich in den ersten Lebenswochen vorwiegend von Kleintieren, die sie aus der Vegetation picken.

 

Feinde

Fuchs, Marderartige, Greifvögel, Möwen, Krähen, Mensch (u.a.)

 

Brutzeit

Beginn: Ende März bis Mitte Mai. Nachgelege: Ende Mai bis Anfang Juni. Eine Jahresbrut; bei Verlust Nachgelege bis Anfang Juni. In der Regel werden 4 Eier bebrütet.

 

Lebensweise

Bodenbrüter. Nest gerne nahe an höheren Grasbüschen. Nach dem Schlupf wandern die Küken durch nestnahe und blütenreiche Wiesen. Auf der Suche nach wirbellosen Tieren, die sie von den Pflanzen picken, legen sie bis zu 5 km am Tag zurück.

Die Alttiere stochern hingegen mit ihrem langen Schnabel im Boden, um dort Nahrung aufzuspüren.

 

Verbreitung

Westeuropa bis zum sibirischen Baikalsee. Früher besiedelten Uferschnepfen Heiden, Moore und Steppen in der Umgebung von Gewässern. Heute findet man sie vor allem in Feuchtwiesen, Nieder- und Hochmooren, ab und zu auch an Stillgewässern und in Flussniederungen. Winterquartier: Afrika (Länder wie Senegal) und zum Teil Südeuropa bis Südwestasien.

 

Schutz

Benötigen nahrungs- und strukturreiches Grünland mit ausreichender Bodenfeuchte. Die Wiesen dürfen nicht vor dem „Flüggewerden“ gemäht werden, damit die Nester zum einen nicht zerstört werden und zum anderen die Jungen ein Dickicht als Schutz vor Beutegreifern haben. Die Flächen müssen extensiv bewirtschaftet werden. Dazu gehört auch, dass man auf Düngung und Pflanzenvernichtungsmittel verzichtet, damit sich eine lockerwüchsige und artenreiche Vegetation bilden kann.

 

Wissenswert

Uferschnepfen werden in freier Wildbahn bis zu 18 Jahre alt.

 

Großer Brachvogel

Wissenschaftlicher Name Numenius arquata

 

 Großer Brachvogel (Foto: R. Schmitz)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Familie

Schnepfenvögel (Scolopacidae)

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland (2007): 1 – vom Aussterben bedroht

Rote Liste NRW (2008): Kategorie 2 – Stark gefährdet

 

Bestand am Niederrhein

Deutschland: ca. 4.500 Brutpaare. Am Unteren Niederrhein: Brutbestand: 30-50 Paare, Rastbestand: 1.100- 2.000.

 

Merkmale

Taubengröße. Langer, gleichmäßig abwärts gebogener Schnabel, gleichmäßig gestreiftes und gebändertes graubraunes Gefieder. Im Flug hört man seinen wehmütig flötenden „kuui-kui-KUH“-Ruf.

 

Nahrung

Kleintiere, im Binnenland zum Teil auch Pflanzen. Bevorzugt Wirbellose aus den oberen Bodenschichten und von der Oberfläche, wie Regenwürmer, Asseln, viele Insekten, kleine Mollusken, im Watt auch kleine Krebstierchen.

 

Feinde

Fuchs, Marderartige und Wildschwein, Krähen und Greifvögel.

 

Brutzeit

Beginn: Ende März. Brutzeit: 26-30 Tage. 2-5 Eier.

 

Lebensweise

Er gilt als scheuer Vogel, der auf eine Störung sehr sensibel reagiert. Bei Gefahr entfernt er sich vorerst von seinem Nest, fliegt nicht direkt auf, um sein Brutplatz nicht zu verraten. Während der Wintermonate kann man Große Brachvögel in größeren Trupps am Niederrhein beobachten.

 

Verbreitung

Brütet in Mittel- und Osteuropa sowie in Skandinavien. Lebt in den letzten, ausgedehnten Mooren der norddeutschen Tiefebene, in Streuwiesen, Feuchtwiesen, Marschen, Dünenlandschaften, Verlandungszonen und Heidegebieten, manchmal auch auf Feldern. Er ist ein Charaktervogel der spät gemähten Niederungswiesen und Weiden in ausgedehnten Grünlandgebieten des Tieflands. Überwinterungsgebiet: West- und Südeuropa sowie in Afrika.

 

Schutz

Der Große Brachvogel braucht struktur- und nahrungsreiches Feuchtgrünland mit flachen Stillgewässern mit flachen Uferbereichen. Eine extensive Bewirtschaftung der besiedelten Grünlandflächen ist dabei notwendig.

 

Wissenswert

Große Brachvögel sind sehr brutortstreu, d.h. sie kehren bei Gründlandumbruch zu den Ackerflächen zurück, obwohl eine erfolgreiche Brut nicht mehr möglich ist.

 

Rotschenkel

Wissenschaftlicher Name Tringa totanus

 

Rotschenkel steht auf einem Zaunpfahl (Foto: D. Cerff) 

 

Familie

Schnepfenvögel (Scolopacidae)

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland (2007): V – Vorwarnliste

Rote Liste NRW (2008): Kategorie 1 – Vom Aussterben bedroht

 

Bestand

In Deutschland 14.000 Brutpaare. Niederrhein: 40-60 Brutpaare.

 

Merkmale

Etwa so groß wie eine Amsel. Mittellanger Schnabel, der an der Spitze schwarz und an der Basis orangerot gefärbt ist. Im Flug erkennt man sie unter anderem an ihren raschen Flügelschlägen, am Boden sind sie sehr flink und mit schnellem Schritt unterwegs.

 

Nahrung

Insekten, Würmer und Mollusken, pflanzliche Nahrung eher gering.

 

Feinde

Verlust des Lebensraums durch z.B. Trockenlegung der Flächen. Ansonsten Fuchs, Marder, Greif- und Krähenvögel.

 

Brutzeit

Beginn:Legebeginn ab Mitte April, Nachgelege sind möglich. Die Brutzeit liegt zwischen 22-29 Tage. 3-5 Eier werden bebrütet.

 

Lebensweise

Diese tagaktiven Watvögel picken im Erdboden z.B. nach Würmern oder Mollusken. Während der Brutzeit sind Rotschenkel sehr territorial, ansonsten gerne in kleineren Trupps unterwegs.  

 

Verbreitung

Der Rotschenkel hat sein Verbreitungsgebiet von Westeuropa bis Zentralasien. In Mitteleuropa besiedelt er vorzugsweise die Küsten. In NRW liegt sein Schwerpunkt in den Feuchtwiesen. Er zieht zum Überwintern an die Atlantikküste, ins Mittelmeergebiet oder nach Afrika.

 

Schutz

Zum Erhalt des Bestandes ist die Wiederherstellung geeigneter Lebensräume unerlässlich. Hierzu zählen vor allem die Erhaltung von feuchtem Grünland und eine Extensivierung der Bewirtschaftung.

 

Wissenswert

Die Bestände sind durch Trockenlegung von Flächen, häufige Mahd und Beweidung stark gefährdet. Darum ist er im Binnenland als Brutvogel äußerst selten geworden.

 

Kiebitz

Wissenschaftlicher Name Vanellus vanellus

 

Kiebitz (Foto: D. Cerff)

 

Familie

Regenpfeifer (Charadriidae)

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland: Kategorie 3: Gefährdet

Rote Liste NRW: Kategorie 3: Gefährdet

 

Bestand

Der europäische Brutbestand wird auf 1,1 bis 1,7 Millionen Brutpaare geschätzt. Am Niederrhein waren es in den Jahren 2000-2005 650 -700 Brutpaare (Wille et al. 2009). 10.000- 20.000 rasteten in diesem Zeitraum am Unteren Niederrhein.

 

Merkmale

etwa taubengroß. Schwarz und weiß gefärbter Vogel mit einzigartiger langer, dünner Federholle.

 

Nahrung

Insekten und deren Larven stehen hauptsächlich auf dem Speiseplan. Weitere Nahrungsbestandteile stellen Regenwürmer, Samen und Früchte von Wiesenpflanzen, sowie Getreidekörner dar.

 

Feinde

Fuchs, Iltis, Marder, Raubvögel, Greifvögel, Mensch.

 

Brutzeit

Beginn: März/April. Geht das Erstgelege verloren, können Nachgelege folgen. Brutdauer: 26 bis 29 Tage. 3-4 Eier

 

Lebensweise

Der Kiebitz hat einen sehr wendigen Flug. Mit seinem grünlich schimmernden Gefieder ist er in den Grünlandflächen äußerst gut getarnt. Sein Ruf gilt als sehr charakteristisch; leicht näselnde, quiekende „kiewit“ Rufe gaben dem Vogel seinen Namen.

 

Verbreitung

Er bevorzugt offenes, flaches und feuchtes Dauergrünland, Wiesen, Weiden und Überschwemmungsflächen. Er kommt in den gemäßigten und mediterranen Breiten Europas, Nordafrikas und Asiens vor.

 

Schutz

Wo Grünland umgebrochen wurde, kann man den brutplatztreuen Kiebitz auch auf Äckern antreffen. Meist brütet er dort aber ohne oder nur mit geringerem Erfolg, so dass auch solche Brutplätze nach einigen Jahren verwaisen.Erhaltung naturnaher Lebensräume  müssen die Ziele der Schutzbemühungen sein. DieWiedervernässung von Feuchtwiesen leisten hier einen wichtigen Beitrag.

 

Wissenswert

Kiebitzeier wurden vor Beginn dieses Jahrhundert noch gesammelt. Es war eine ehemals weit verbreitete Sitte zur Osterzeit.

 

Schwarzkehlchen

Wissenschaftlicher Name: Saxicola rubicola

 

Schwarzkehlchen (Foto: R. Schmitz)

 

Familie

Fliegenschnäpper (Muscicapidae)

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland (2007): Kategorie V – Vorwarnliste

Rote Liste NRW (2008): Kategorie 3 – Gefährdet

 

Bestand

Zwar wird das Schwarzkehlchen in Europa in der Roten Liste der IUCN als least concern (nicht gefährdet) geführt, dennoch nimmt sein Bestand enorm ab. Am Niederrhein liegt der Brutbestand bei 60-100 Paaren.

 

Merkmale

Größe eines Hausperlings (Spatz) oder Rotkehlchens. Schwarzen Kopf mit weißem Halsring. Die Vorderseite ist orangerot.

 

Nahrung

Insekten, Spinnen, Asseln, Hundertfüßler, kleine Schnecken oder Würmer.

 

Feinde

Die häufigsten Prädatoren sind Katzen, Hunde, Wiesel, Igel, Mäuse und Ratten, die es vor allem auf die Eier und Jungvögel absehen. Flugfeinde kommen weniger in Frage.

 

Brutzeit

Beginn: Ende Februar (Süden), bis Anfang Juni (Norden); 2 bis 3 Jahresbruten. Nestlingszeit: 14-16 Tage. In der Regel legen Schwarzkehlchen 3 und 6, selten auch mal 8 Eier.

 

Lebensweise

Schwarzkehlchen benötigen offene Landschaften. Ihre Nester bauen sie am Boden, die in der Vegetation meist sehr gut versteckt sind. Geschlechtsreif werden Schwarzkehlchen nach dem ersten Lebensjahr. Die Vögel leben meist monogam, Umverpaarungen nach einer Brut kommen zwar vor, sind aber selten.

 

Verbreitung

Ist in Mitteleuropa ein seltener Brutvogel, im Nordosten fehlt er ganz.

Das Schwarzkehlchen besiedelt die boreale, gemäßigte und mediterrane Zone, kommt aber auch in Steppen- und randlich in Wüstengebieten vor.  Ab und zu wird er auch in Gebirgszonen gesichtet. Sein Areal reicht von den Britischen Inseln bis nach Russland.

 

Schutz

Das Schwarzkehlchen hat aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft viele Habitate verloren. Ein wesentlicher Grund ist die frühe Mahd die vor Mitte Juni, dem Schlupfzeitpunkt, durchgeführt wird. Um seinen Bestand zu sichern müssen die Wiesen erst später im Jahr gemäht und weitere Entwässerungen von Feuchtgebieten eingestellt und umgekehrt werden.

 

Wissenswert

Das Schwarzkehlchen hat eine sehr ähnliche Jagdweise wie das Braunkehlchen, zeigt aber ein anderes Zugverhalten. Es zieht in den Mittelmeerraum und nicht nach Afrika. Außerdem sind die Aufenthalte im Brutgebiet deutlich länger (März-Oktober).

 

Wiesenpieper

Wissenschaftlicher Name Anthus pratensis

 

Wiesenpieper auf Stacheldrahtzaun (Foto: R. Schmitz)

 

Familie

Stelzen und Pieper (Motacillidae)

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland (2007): Kategorie V – Vorwarnliste

Rote Liste NRW (2008): Kategorie: 2 – Stark gefährdet

 

Bestand

In Deutschland: 96.000 – 130.000 Brutpaare.

 

Merkmale

Größe eines Haussperlings (Spatz). Der Ruf ist etwas ruckhaft und hüpfend: „ist“ oder „ististist“, in der Nestnähe oft ein monotones „tlitlitli“. Er trägt seinen Gesang in Singflügen vor, welcher hoch und dünn klingt.

 

Brutzeit

Zwei Jahresbruten von April bis Juni. Brutdauer: 14 Tage. 4 bis 6 hellgraue Eier.

 

Nahrung

Insekten, Spinnen, Würmern und kleine Schnecken.

 

Feinde

Unter den Vögeln sind vor allem der Merlin (kleiner Falke) und der Sperber Prädatoren. Hinzu kommen Katzen, Marder, Elstern und der Mensch.

 

Lebensweise

Wiesenpieper bevorzugen extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen, Moor- sowie Heideflächen und Dünenlandschaften. Sie sind Bodenbrüter und bauen sich aus Halmen und Gräsern ihr Nest, welches sie mit Pflanzenwolle und Haaren auspolstern.

 

Verbreitung

Er brütet in Mittel-, Ost- und Nordeuropa und zieht zum Überwintern nach Süd- und Mitteleuropa.

 

Schutz

ZumErhalt dieser Art ist ein Schutz verbliebener oder Wiedervernässung bzw. Renaturierung ehemaliger Niedermoore, Feuchtwiesen und Flussniederungen (Auen) notwendig. Wiederherstellung intakter, extensiv genutzter, wenig gedüngter Feuchtgrünlandflächen sind weitere notwendige Maßnahmen.

Mähtermine sollten nicht allzu früh im Jahr durchgeführt werden, kleinere Flächen sollten von der Mahd ganz verschont bleiben (Ausweichflächen) und größere Randstreifen stehen gelassen werden.

 

Wissenswert

Beobachten kann man ihnoft auf Drähten, Zäunen und in Büschen, seltener auf Bäumen.

 

Rastvögel

Blässgans

 

Wissenschaftlicher Name Anser albifrons

 

Ein Trupp Blässgänse auf einer Wiese (Foto: M. Fiebrich)

 

Familie

Entenvögel (Anatidae)

 

Gefährdung

nicht gefährdet

 

Bestand am Niederrhein

Sie ist die häufigste Wildgansart am Unteren Niederrhein. Der Überwinterungsbestand schwankt hier zwischen 130.000 und 180.000 Individuen.

 

Merkmale

Etwas kleiner als eine Hausgans. Eine erwachsene Blässgans kann man an der weißen Stirn, der sogenannten Blässe, dem fleischfarbenen Schnabel und den schwarzen Streifen auf dem Bauch  erkennen.

 

Nahrung

Hauptnahrungsgrundlage bilden Gräser und Sämereien.

 

Feinde

Fuchs, Möwen, Adler, Mensch.

 

Brutzeit

Beginn: Ende Mai/Anfang Juni. Die Brutdauer beträgt 27-28 Tage. Blässgänse legen in der Regel 5 bis 6 Eier.

 

Lebensweise

Sie sind sehr gesellige Tiere und hier am Niederrhein häufig zusammen mit Saatgänsen zu beobachten. Blässgänse sind monogame Tiere und besitzen im Leben meist einen Partner.

 

Verbreitung

Brütet in der offenen, buschigen Tundra und kommt dort auf der russischen Kanin-Halbinsel über das arktische Amerika bis zur Nordküste Grönlands vor. Die Blässgans überwintert in Nordwesteuropa, im Wesentlichen in den Niederlanden, Niedersachsen und NRW, auf den Niederungswiesen und Äckern.

 

Schutz

Blässgänse werden auf ihrem Weg vom Überwinterungsgebiet zum Brutgebiet und umgekehrt bejagt. Deshalb ist es umso wichtiger, sie hier am Niederrhein zu schützen und Ihnen Grünlandflächen zur Verfügung zu stellen, wo sie im Winter äsen können.

 

Wissenswert

Diese Art fliegt im Jahr über 6.000 Kilometer zwischen Brut- und Rastgebieten und erreicht ein Lebensalter von bis zu 20 Jahren.

 

Saatgans

Wissenschaftlicher Name: Anser fabalis

 

Saatgänse auf verschneitem Grünland (Foto: U. Frömming)

 

Familie Entenvögel (Anatidae)

 

Gefährdung

nicht gefährdet

 

Bestand am Niederrhein

Der Bestand schwankt von Jahr zu Jahr, je nach Witterung. 15.000-30.000 Saatgänse überwintern am Niederrhein.

 

Merkmale

Etwas größer als eine Blässgans. Mittelgroße bis große ,recht dunkle, langflügelige Gans. Der Schnabel ist am Ansatz und der Spitze schwarz, dazwischen befindet sich ein orangefarbene Markierung.

 

Nahrung

Ernährt sich im Brutgebiet von Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen, Beeren und Bohnen. Während der Überwinterungszeit werden vor allem Wurzeln, Getreide und Kartoffeln zu sich genommen. Jungvögel ernähren sich auch von Insekten, Weichtieren und Fischeiern.

 

Feinde

Möwe, Fuchs, Adler, Mensch.

 

Brutzeit

Beginn: Mitte Mai. Brutdauer liegt bei  27 bis 29 Tagen. 4-6 Eier.

 

Lebensweise

Saatgänse schlafen, wie auch andere Gänse, nachts aus Schutz vor Fressfeinden auf dem Wasser.

 

Verbreitung

Die Brutgebiete der Saatgans liegen in den arktischen Regionen Europas und Asiens. Zum Überwintern fliegen Saatgänse jedes Jahr in die Niederlande, Deutschland, Südschweden, Westpolen, der Tschechischen Republik und nach Ungarn. In NRW überwintern sie vor allem am Niederrhein. Dort frisst sie neben dem Grünland auch regelmäßiger auf Ackerflächen als die Blässgans.

 

Wissenswert

Es gibt 5 Unterarten die in zwei Gruppen eingeteilt werden, die Tundra- und Waldsaatgänse, wobei erstere am Niederrhein überwintern.

 

Kampfläufer

Wissenschaftlicher Name Philomachus pugnax

 

Familie

Schnepfenvögel (Scolopacidae)

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland: Kategorie 1: Vom Aussterben bedroht

Rote Liste NRW: Kategorie 0: Ausgestorben oder verschollen

 

Bestand am Niederrhein

Keine aktuellen Brutvorkommen (die letzten Bruten fanden hier in den 1960er Jahren statt). Die rastenden Individuen haben in den letzten Jahrzehnten am Unteren Niederrhein abgenommen. Wurden zwischen 1979 und 1983 noch 400-800 Kampfläufer gesichtet, betrug der Rastbestand zwischen 2000 und 2005 nur noch 10-30.

 

Merkmale

26 bis 32cm und daher etwas größer als eine Amsel. Die Männchen sind dabei deutlich größer als die Weibchen. Besonders imposant ist das Prachtkleid der Männchen, wobei die aufrichtbare Federn eine Haube und Kragen bilden.

 

Nahrung

Er ernährt sich gerne von Würmern, Schnecken, Insekten, Sämereien.

 

Feinde

Während der Balz fallen besonders die auffälligen Kampfläufer-Männchen Habichten, Wanderfalken oder Rohrweihen zum Opfer. In den Wintermonaten bilden vor allem Füchse, Marderhunde, weitere Falken, Möwen und Krähen die größte Gefahr.

 

Brutzeit

Brut- und Aufzuchtzeit der Jungen findet in den Monaten Mai bis Juli statt. Brutdauer: 21 Tage. Kampfläufer legen meistens 4 Eier.

 

Lebensweise

Balzrituale sieht man von Kampfläufern vor allem auf Feuchtwiesen. Besonders imposant sehen Kampfläufer während der Brutzeit aus. Mit seinem Prachtkleid, auffallend hier besonders die kammartig hochstehenden „Mantelfedern“, führt das Männchen sein Balzritual durch. Hierbei versammeln sich meistens kleine Trupps von Männchen, die um ein oder um zwei Weibchen kämpfen, daher auch der Name.

 

Verbreitung

Kommt imNordwesten Europas hin zu den küstennahen Tiefländern Nordmitteleuropas bis zu der feuchten Taiga Osteuropas und in die Tundren Ostsibiriens. Sie gehören zu den Langstreckenziehen und überwintern in Afrika südlich der Sahara und im Süden Asiens.

 

Schutz

Kampfläufer benötigen Feuchtwiesen. Sollten weiterhin Wiesen trocken gelegt werden, werden wir diese Art in Deutschland bald nicht mehr zu Gesicht bekommen.

 

Wissenswert

Die Art ist besonders bei den Jägern beliebt und so bieten einige Länder, wie z.B. Frankreich, Italien und Spanien Kampfläufern keinen Schutz. Dort werden sie das ganze Jahr über geschossen und finden selbst zur Brutzeit keine Ruhe. Zum Glück stehen die Tiere in Deutschland unter vollkommenen Schutz.

 

Goldregenpfeifer

Wissenschaftlicher Name Pluvialis apricaria

 

Goldregenpfeifer, Jürgen Ruddek

 

Familie

Regenpfeifer (Charadriidae) 

 

Gefährdung

Rote Liste Deutschland: Kategorie 1: Vom Aussterben bedroht

Rote Liste NRW: Kategorie 0: Ausgestorben oder verschollen

 

Bestand

Wird in Europa auf etwa 460.000 bis 740.000 Paare geschätzt. Am Unteren Niederrhein gelten sie als Durchzügler.

 

Verbreitung

Winterquartiere: Nordwest- und Mitteleuropa, Mittelmeerraum sowie Atlantikküste.

Brutgebiet: Feucht- und Moorlandschaften in Nordeuropa (Island, Skandinavien, Britische Inseln).

 

Merkmale

Taubengroß. Ruft im Flug oder oft wiederholt bei Gefahr an seinem Brutplatz leicht abfallend und melancholisch "püh" oder "tüü(u).

 

Nahrung

Insekten und deren Larven, Würmer, kleine Schnecke und Spinnen. Auch Pflanzen, besonders Beeren, sind Nahrungsbestandteile.

 

Feinde

Raubmöwen, Großmöwen, Falken, Fuchs und Mensch

 

Brutzeit

Beginn: Anfang April. Brutdauer: 27 bis 30 Tage. 4 länglich hellbraune und dunkelbraun bis schwärzlich gefleckte Eier.

 

Lebensweise

Der Vogel des Jahres 1975 gründet nach seiner Ankunft aus seinem Überwinterungsquartier sein Brutrevier. Das Nest baut er dabei in eine Mulde auf offenem und trockenem Untergrund.

 

Schutz

Großflächige Zerstörungen seiner Lebensräume - den Mooren - haben den Bestand in Deutschland drastisch sinken lassen. Neben der Renaturierung von Mooren ist eine Extensivierung von Feuchtgrünland in der Umgebung als Ausweich- und Nahrungsgebiet von großer Bedeutung.

 

Wissenswert

In Deutschland brütet der Goldregenpfeifer nur in Niedersachsen.